Edelmetalle - Material und Restaurierung

Kunstwerke aus Edelmetallen erfreuten sich zu allen Zeiten großer Beliebtheit, trotz der Problematik der Korrosionserscheinugen, aufgrund derer diese Gegenstände stets aufwendig gepflegt werden mussten.

Die Restaurierung von metallenen sowie in Kombination mit weiteren Materialien verarbeiteter Kunstwerke aus Metall umfaßt meist umfangreiche Reinigungen, dazu erforderliche Demontage von Objekten sowie geeignete konservatorische Maßnahmen zum Schutz vor erneutem Anlaufen der Oberflächen.

StrahlenMonstranz mit Reliquienkapseln, Leopold Heindl, Passau, Um 1720

BZ: steigender Wolf für Passau um 1720, (Rosenberg, Goldschmiedemerkzeichen, Band 3, S. 278 ff), MZ: LH im Oval für Leopold Heindl (ab 1712 in der Passauer Goldschmiedezunft, gest. 1743)

Kupfer vergoldet, Silber, gefasste Edelsteine, Glas, 2 Reliquien in Silberrahmen, Silberlahn, Textil

Kloster Asbach, Rotthalmünster, Landkreis Passau

Zustand vor der Restaurierung

Die silbernen getriebenen Besätze waren gänzlich mit schwarzem Silbersulfid bedeckt, auch die Kupfer vergoldeten Partien wiesen Korrosionsbildung auf.Unter den Steinbesätzen hatten sich dicke Krusten aus Reinigungsresten und Schmutz gesammelt.

Maßnahmen

Um eine umfassende gründliche Reinigung durchführen zu können, wurde die Monstranz in alle Bestandteile demoniert. Die silbernen Einzelelemente konnten so gereinigt werden ohne den Steinbesatz oder die Reliquienkapsel zu gefährden.

Detailaufnahmen während der Restaurierung

Um eine umfassende gründliche Reinigung durchführen zu können, wurde die Monstranz in alle Bestandteile demoniert. Die silbernen Einzelelemente konnten so gereinigt werden ohne den Steinbesatz oder die Reliquienkapsel zu gefährden.

Zustand nach der Restaurierung

Nach der Reinigung und Montierung aller Besätze erstrahlt die Monstranz wieder in dem lebhaften Farbspiel aus Silber, Gold und buntem Steinbesatz.


KÄstchen mit Emailmedaillons, Tobias BAur (1660 - 1735), Augsburg, um 1690

BZ: Pyr für Augsburg, um 1690, MZ: TB im Queroval für Tobias Baur, (Seling 1980, Nr. 1809)

Silber, Silber vergoldet, Kaltbemalung in Ölfarbe, roter Achat, türkisfarbene Glaspasten, Flussperlen, farbige Glassteine, Rubine, Smaragde, Emailmalerei auf Kupfer

Museumslandschaft Hessen Kassel, Hessisches Landesmuseum, Sammlung Angewandte Kunst, Inv. Nr. B II 50

Zustand vor der Restaurierung

Das reich verzierte Kästchen mit aufgelegtem Rankendekor mit Kaltbemalung sowie Steinbeatz und vier vorzüglich gemalten Emailmedaillons, spiegelt die große Vorliebe für derartige kleine Prunkkassetten um 1700 wieder.

Die ehemals sehr farbig und reich verzierte Schatulle weist ein umfangreiches Schadensbild auf, die Metalloberflächen sind angelaufen, in den üppigen aufgesetzten Dekorelementen und dem Steinbesatz sind zahlreiche Verluste erkennbar.

Maßnahmen

Zu einer umfangreichen Reinigung müssen alle Besätze von dem Metallgehäuse entfernt werden. Es erfolgt die separate Reinigung der blanken Metalloberflächen, der Kaltbemalung auf Metall sowie der Emailmedaillons. Das Gehäuse der Schatulle wird zum Schutz vor erneutem Anlaufen mit einem Lack überzogen, ebenfalls die silbernen Figuren.

Zustand nach der Restaurierung

Trotz fehlender Blumenfestons auf dem Deckel präsentiert sich das restaurierte Kästchen wieder im Glanz von Gold und Silber und der Farbigkeit der Kaltbemalung und Emailmalerei.

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