Materialkombinationen - Anforderungen in der Restaurierung

Die Gattung der kunsthandwerklichen Objekte umfasst auch zahlreiche Objekte in Materialkombinationen. Insbesondere Kunstkammerstücke sind häufig aus einer Vielzahl verschiedener und außergewöhnlicher Werkstoffe gefertigt. Diese Kunstwerke erfordern umfassende Kenntnisse einer großen Bandbreite von Materialien sowie Fähigkeitenzur deren Konservierung und Restaurierung unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Sensibilität dieser Werkstoffe.

Figuren aus einem Prunkkabinett mit Musikspielwerk, wohl Augsburg, 1680 - 1690

Holz, Draht, Baumwolle, Seide, Leinen, Brokat, textile Spitze, Silberlahn, Goldlahn, Leder, Echthaar, Schafwolle, Wachs, Farbfassung auf Wachs, Bindfaden,

Privatstiftung Estérhazy, Sammlung der Fürsten Estérhazy, Burg Forchtenstein, Österreich

Zustand vor der Restaurierung

Die drei nur neun Zentimeter großen, Streichinstrumente spielenden Figuren stellen eine kleine Kapelle dar, die sich im oberen Geschoß eines barocken Prunkkabinetts mit Musikspielwerk befindet.
Die je aus einem Holzkorpus gefertigten, mit beweglichen Gliedern und Wachsköpfen ausgestatteten Püppchen sind durch früheren intensiven Gebrauch des Spielwerks und Beschädigungen von außen sehr in Mitleidenschaft gezogen. Bekleidung und Ausstattung ist stark verstaubt, zerrissen und partiell verloren, ein Wachsköpfchen ist zerbrochen und abgefallen, die Perücke nur noch fragmentarisch erhalten.

Maßnahmen

Die Figuren werden zur Restaurierung aus der Konstruktion des Spielwerks gelöst und aus dem Gehäuse mit der Balustradenempore entnommen.Es erfolgt eine umfangreiche Reinigung der verschiedenen Materialien sowie die Sicherung der Textilien. Die Wiederherstellung des zerbrochenen Kopfes und der nur noch fragmentarisch erhaltenen Perücke erfolgt nach dem Vorbild der noch intakten Figur. Eine fehlende Perücke kann anhand der einen noch unversehrten Lockenfrisur rekonstruiert werden. Hierbei finden eigens gefärbte Seidenfäden Verwendung.

Zustand nach der Restaurierung

Die drei kleinen in barocker französischer Mode gekleideten Musiker präsentieren sich nach der Restaurierung wieder als intaktes Streichertrio. Die Abbildung zeigt sie auf der restaurierten Empore, vor der abschließenden Montage in das Gehäuse des Prunkkabinetts.


Elfenbeinstatuette auf Sockel mit Schildpatt und grün gefärbtem Elfenbeinsockel

Zierrat aus Silber, Silber vergoldet, Email

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Zustand des Objektes vor Restaurierung

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Arbeitsschritte

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Zustand des Objektes nach Restaurierung

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BÜttentrÄgerin aus SÜddeutschland, Anfang 18. Jh

Ebenholz, Silber vergoldet, Email, Glasfluss, Diamanten, Rubine, Saphire,Topase, Opale, Chrysolithen

Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Grünes Gewölbe, Inv. Nr. VI

Zustand vor der Restaurierung

Die reich dekorierte Buttenträgerin befindet sich zum Zeitpunkt der Restaurierung in einem sehr desolaten Zustand. Nicht mehr haftende Klebstoffe und Retuschen einer Altrestaurierung müssen entfernt werden. Die silbernen Besätze und Fassungen der Edelsteine sind schwarz oxidiert. Die Abbildung zeigt die Figur im Zustand nach der Demontage aller Schmuckbesätze.

Maßnahmen

Die nicht mehr haftende Klebung des wiederholt fixierten linken Armes wird neu verklebt und gekittet. Die Besätze und Fassungen der Edelsteine werden demontiert und gereinigt. Um ein erneutes Anlaufen der Silberoberflächen zu verhindern, wird ein Schutzüberzug aufgebracht. Die partiell lose Farbfassung des Inkarnats wird gefestigt, gereinigt und retuschiert.

Zustand nach der Restaurierung

Nach Reinigung, Festigung, Kitten und Retuschen werden alle Dekorbesätze wieder befestigt. Die Buttenträgerin zeigt sich in ihrer reichen Ausstattung und der Vielfalt der Materialien in frischer farbiger Pracht. Zusammen mit Ihrem männlichen Pendant ist sie im Neuen Grünen Gewölbe in Dresden zu sehen.


Jahreskrippe der Pfarrkirchenstiftung KÖßlarn, SÜddeutschland, wohl MÜnchen, um 1850

Holz, farbig gefasst mit Ölfarben, Holz ungefasst, Eisennägel, Bindfaden beige und schwarz, Baumwolle, Leinen, Sackleinen, Werg oder Schafwolle, Wolle, Seide, Leder, Stroh, Bambusstäbe, Messing, Glasperlen, Glasperlen lüstriert, Metallpailetten

Kirchenmuseum Kößlarn, Träger Pfarrkirchenstiftung Kößlarn

Die aus 150 Figuren und Tieren bestehende Jahreskrippe verfügt über außergewöhnlich qualitätvoll geschnitzte Tiere und Figurendarstellungen. Zahlreiches Zubehör, Bekleidung, Musikinstrumente und Waffen entsprechen bis in die kleinsten Details exakt osmanischen Vorbildern des 18. Jh. Die hervorragenden Bildschnitzer dieses Krippenwerkes arbeiteten in der Tradition der süddeutschen Barockkrippen.

Zustand vor der Restaurierung

Krippenwerke in kirchlichem Gebrauch sind durch das regelmäßige Auf- und Abbauen vielfältigen Belastungen ausgesetzt. Dies spiegelt sich häufig im Erhaltungszustand der Figuren. Die Bandbreite der Schäden erstreckt sich von starker Verschmutzung über beschädigte Farbfassung, zerschlissene Textilien sowie aus Unkenntnis verursachte Schäden durch ungeeignete Aufbewahrungsmodalitäten und Reparaturmahnahmen.

Maßnahmen

Alle Teile werden einer umfassenden Reinigung unterzogen, die Farbfassungen gefestigt und retuschiert. Es erfolgt die Sicherung und Fixierung losen Zubehörs, offener Nähte und zerschlissener Textilien. Ungeeignete frühere Reparaturmaßnahmen werden soweit möglich rückgängig gemacht und durch zeitgemäße Maßnahmen ersetzt. Begleitend zur Restaurierung erfolgt eine umfangreiche Bestanderfassung, Dokumentation und Recherche sowie die Verbesserung der konservatorischer Bedingungen und Handhabung im Umgang mit dem Krippenwerk.

Zustand nach der Restaurierung

Die musealen restauratorischen Grundsätzen entsprechend wiederhergestellten Tiere und Figuren sind in ihrer originalen Substanz gesichert und bewahrt. Trotz ihrer Verwendung im kirchlichen Ritual werden sie aufgrund der Vermittlung zur einer zukünftigen verbesserten konservatorischen Handhabung sorgfältig und umsichtig behandelt werden.

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